Trotz ihrer gerade 10 Jahre, gilt Leonie Hartbrich bereits als eine der größten Hoffnungsträgerinnen im Nachwuchsbereich beim TTC Bietigheim-Bissingen e.V. „Leonie hat technisch alles was man in diesem Alter haben muss“ lobt TTC-Nachwuchscoach Momcilo Bojic die Fertigkeiten seines Schützlings. „Sie muss noch ein wenig ernsthafter im Training werden, dann kann sie an die erfolgreiche Karriere ihrer Mutter anknüpfen“ so Bojic weiter.
„Mama ist schon eines meiner Vorbilder“, so Leonie Hartbrich auf die Frage nach dem Bezug zu ihrer Mutter. Diese heißt Szilvia Kahn und ist aktuell die Nummer Eins der TTC-Damen in der Verbandsliga und steht mit diesen kurz vor dem Aufstieg in die Oberliga. Sie freut sich über die positive Entwicklung ihrer Tochter. „Leonie trainiert fleißig und hart, um große Erfolge zu feiern. Mich freut es, dass sie auf meinen Spuren wandelt“ so die aktuelle Seniorinnen-Vize-Europameisterin.

Dabei kann auch die Tochter bereits auf ersten großen Erfolge zurückschauen. Aktuell ist sie in Baden-Württemberg die Nummer Zwei im Jahrgang der U11-Mädchen. Dabei muss sie sich bisher nur der Busenbacherin Jenny Wolf geschlagen geben. Aufgrund dieser tollen Platzierung wurde sie auch vom Deutschen Tischtennisbund zum süddeutschen Sichtungslehrgang der U11-Jahrgänge in Unterhaching (bei München) eingeladen. Dort überzeugte sie den aktuellen Deutschen Schülerinnen-Nationaltrainer, Ronald Raue dermaßen, dass sie zur zweiten Stufe der Bundessichtung im März in den Olympiastützpunkt nach Düsseldorf eingeladen wurde. „Das ist eine hohe Wertschätzung seitens des DTTB, die Leonie hier entgegengebracht wird“ freut sich auch TTC-Vorstand Matthias Grünenwald über die Nominierung seines Schützlings.
Da ihre Mutter eine gebürtige Ungarin ist, besitzt auch ihre Tochter neben der Deutschen auch die Ungarische Staatsbürgerschaft. Dies brachte ihr die Möglichkeit, ihr Talent auch international unter Beweis zu stellen. So nahm sieAnfang Januar an der ungarischen Endrangliste der Mädchen U11 in Budapest teil. Bei der dreitägigen Veranstaltung spielte sich das TTC-Talent am Ende bis in das Finale vor, in dem sie auch ihre Gegnerin Kitty Korda klar in drei Sätzen (11-6,11-7, 11-5) besiegen konnte. Damit nimmt sie aktuell den Spitzenplatz der U11-Jahrgangsrangliste in Ungarn ein. „Irgendwann müssen wir uns für einen Verband entscheiden. Das wissen wir. Aber im Moment ist es für sie toll, dass sie sich auch international beweisen kann“, so ihre Mutter über das sportliche Doppelleben ihrer Tochter.
Auch in ihrem Verein läuft es momentan wie geschmiert. Mit der Mädchen-U18-Landesligamannschaft steht sie auf einem guten Mittelfeldplatz und mit der zweiten Damenmannschaft, in der sie aushilfsweise mitwirken kann, gar auf einem Aufstiegsplatz. Dort wird sie auch nächstes Jahr fest eingesetzt werden im vorderen Paarkreuz der Damen Bezirksliga. „Mit dann 11 Jahren natürlich auch eine irre Herausforderung. In der Zukunft, so hoffen wir, ist sie sicherlich auch eine Verstärkung für unsere erste Damenmannschaft“ blickt TTC-Vorstand Matthias Grünenwald ein wenig in die Zukunft.
Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt im Leben der Leonie Hartbrich. Aufgrund einer schweren Verletzung konnte sie von September bis Dezember 2009 nicht ihrer Leidenschaft, dem Tischtennis, nachgehen. „Deshalb hat uns der Erfolg in Ungarn umso mehr überrascht. Damit war nicht zu rechnen, da sie zu dem damaligen Zeitpunkt gerade einmal wieder drei Wochen regelmäßig am Tisch stand“ so Szilvia Kahn.
Bleibt zu hoffen, dass sie in Zukunft von solchen Rückschlägen verschont bleibt und am Ende das Erbe ihrer Mutter auch erfolgreich antreten kann.
(mg)