Ein Spiel der besonderen Art
Zu einem Freundschaftsspiel der besonderen Art wurden die Tischtennisspieler des TTC Bietigheim-Bissingen e.V. am vergangenen Wochenende eingeladen. So spielten sie am vergangenen Samstag gegen die SpVgg Schwarz-Weiß Bruchsal. Soweit hört sich das eigentlich normal an, jedoch verbirgt sich hinter diesem Namen die Tischtennismannschaft der Justizvollzugsanstalt Bruchsal.

So begaben sich David Steinle, Daniel Herbrik, Mario Dierolf, Marcel Schröder, Benjamin Löwinger, Marius Hetterich und Matthias Grünenwald sowie der Gastspieler Jan-Philipp Raber vom TV Großvillars am Samstagnachmittag hinter die Mauern des Gefängnisses in Bruchsal. Dort traf das TTC-Team auf zwölf Insassen der JVA. Im Modus jeder gegen jeden spielten die TTC´ler über drei Stunden gegen die Gefangenen und behielten meistens die Oberhand. „Im Prinzip hatten sie nur zwei gute Spieler. Der Rest war doch schon sehr schwach“ bilanzierte Daniel Herbrik den sportlichen Wert der Veranstaltung. „Aber darum ging es heute nicht. Für uns war es eine ganz neue Erfahrung und für die Insassen eine willkommene Ablenkung vom grauen Gefängnisalltag“ so Herbrik weiter.
So blieb den Bruchsalern am Ende ein Spielgewinn durch ihren Topspieler Horst Islamovic gegen den Bietigheimer Marius Hetterich. „Er hat ja immerhin mal Regionalliga gespielt“ so Hetterich nach der Niederlage. „Außerdem wollte ich ja dann auch noch ein Gastgeschenk machen“ so Hetterich weiter.
Die restlichen Spiele konnten die Bietigheimer für sich entscheiden. Das verwundert auch nicht, da die Bruchsaler, die auch offiziell an der Runde teilnehmen, dort nur in der Kreisklasse spielen. Interessanter war dabei das ein oder andere Gespräch mit den Häftlingen, die von ihrem Leben, ihren Vergehen und dem Leben im Knast erzählten. „Das war teilweise schon sehr erschütternd was da erzählt wurde“ fasst David Steinle die Gespräche zusammen. „Das die Jungs keine Waisenkinder sind, war uns allen klar, jedoch hat manche Geschichte den Rahmen wirklich gesprengt“ so Steinle weiter.
Den Abschluss des Tages bildete ein Rundgang über die Mauern des Gefängnisses. Hier bekam man einen Überblick über das ganze Gelände. Dabei erzählten die Wärter auch ein paar Geschichten aus dem Nähkästchen. „So dankbar die Jungs über unseren Besuch waren, so lehrreich war uns der knapp fünfstündige Aufenthalt. Es war für uns ein besonderes Erlebnis“ resümierte Benjamin Löwinger den Tag.
(mg)