Hartmut Freund findet breites Medienecho
In der September-Ausgabe der Zeitschrift "tischtennis" des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) ist ein zweiseitiges Portrait über den TTC-Sportler Hartmut Freund erschienen. Freund, der deutscher Tischtennismeister in der Wettkampfklasse 11 (geistige Behinderung) ist und im 7. Herren-Team des TTC spielt, nimmt ab Ende nächster Woche als einziger Deutscher an den Weltspielen ("Global Games") für Leistungssportler mit einer intellektuellen Behinderung in Genua teil.

In dem Zeitschriftenbeitrag kommt der Mannschaftsführer der "Siebten", Gunther Mrass, ausführlich zu Wort. Nach seiner Einschätzung ist Freund im Verein "bei allen voll anerkannt". Ferner wird in dem Beitrag herausgestellt, dass der 43-jährige Ausnahmesportler seit seinem Wechsel zum TTC Mitte vorigen Jahres "sehr vom Training unter Regionalliga-Spielertrainer Momcilo Bojic profitiert" habe. Die Zeitschrift enthält ein großformatiges Foto von Freund im TTC-Trikot und ein Foto des 7. Herren-Teams. Der Chefredakteur von "tischtennis", Rahul Nelson, erörtert die Besonderheit, dass Freund während eines Satzes nie weiß, wie es gerade steht, und mehr als jeder andere auf gutes Coaching angewiesen ist, auch im Editorial.
Mittlerweile hat INAS, der Weltverband für den Leistungssport geistig behinderter Athleten, Hartmut Freund auf der Verbands-Homepage zum "Feature Athlete" des Monats September ernannt.
http://www.inas.org/athletes/hartmut-freund-germany/
Bei den Global Games von INAS, die vom 24. September bis 4. Oktober stattfinden, tritt Freund allerdings als krasser Außenseiter an. Zum einen wird es sein erster internationaler Start überhaupt sein. Zum anderen trifft er dort voraussichtlich auf viele Sportler mit einer geringer ausgeprägten intellektuellen Behinderung. Der Europameister dieser Wettkampfklasse, Peter Palos aus Ungarn, hat in der letzten Saison in Deutschland in der Oberliga gespielt und dort im mittleren Paarkreuz eine Bilanz von 18:1 hingelegt. Zum Vergleich: Freund spielte in der vergangenen Saison noch in der Kreisklasse B, also acht Klassen tiefer. Zu den Wettkämpfen in Genua, die in sieben Sportarten ausgetragen werden und normalerweise alle vier Jahre stattfinden, werden über 700 Sportler aus der ganzen Welt erwartet. Der Stellenwert der Global Games für Sportler mit einer intellektuellen Beeinträchtigung ist mit dem der Olympischen Spiele für nichtbehinderte Sportler vergleichbar.
Freund ist einer von elf Sportlern, die in den vergangenen Tagen an einem Kaderlehrgang von Wieland Speer, dem Tischtennis-Bundestrainer des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), in der Landessportschule in Frankfurt am Main teilgenommen haben. Der Lehrgang diente insbesondere der Vorbereitung auf die Tischtennis-Europameisterschaft im Behindertensport in Split, bei der Freund Ende Oktober in der Wettkampfklasse 11 für Deutschland starten wird. Er war bei dem Lehrgang der einzige Teilnehmer mit einer geistigen Behinderung. Die anderen zehn Tischtennis-Sportler, die in Frankfurt dabei waren, treten in den Wettkampfklassen für Körperbehinderte an.
(mg)